Technischer Leitfaden · Integration
WMS–SAP-Integration und Bewegungszuordnung
Eine erfolgreiche Integration besteht nicht nur im Übertragen von Nachrichten. Sie müssen explizit festlegen, welches System welche Daten besitzt, wann ein Lagerereignis zu einer ERP-Bewegung wird und wie beide Seiten bei einem Fehler abgeglichen werden.
Integrationsumfang
- Stammdaten: Artikel, Einheiten, Werke/Lagerorte, Kunden, Lieferanten und Chargenregeln.
- Eingang: Einkaufs-/Fertigungsanlieferungen, erwartete Eingänge und tatsächliche Mengen.
- Ausgang: Verkaufs-/Umlagerungsaufträge, Zuteilungsdaten und Versandbestätigung.
- Bestand: frei verwendbarer, Qualitäts- und gesperrter Bestand; Differenzen und Korrekturbewegungen.
Beleg- und Schnittstellenoptionen variieren je nach SAP-Modul und -Version. Ein Projekt sollte sich nicht mit „SAP-Integration: ja“ begnügen; es sollte eine echte Matrix aus Belegen, Feldern und Verantwortlichkeiten erstellen.
Was ist Bewegungszuordnung?
Die Bewegungszuordnung ordnet Geschäftsereignisse im WMS Bestandsbewegungen, Belegen oder Statusänderungen auf ERP-/SAP-Seite zu. Nicht jede interne Platzumlagerung muss eine ERP-Bewegung sein; Sie legen die Grenzen fest, die finanzielle, eigentumsbezogene oder lagerortbezogene Auswirkungen haben.
| WMS-Ereignis | Zuordnungsentscheidung | Prüfung |
|---|---|---|
| Wareneingang | Mengenbestätigung gegen den Beleg | Über-/Unterlieferung und Charge |
| Interne Platzumlagerung | Kann im WMS bleiben | Ändert sich der ERP-Lagerort? |
| Qualitäts-/Sperrstatus | Wird der Bestandsart zugeordnet | Berechtigung und Grund |
| Versand | Warenausgangsbestätigung | Karton, Charge, Seriennummer und Zeit |
| Zähldifferenz | Korrektur nach Freigabe | Buchungsperiode |
Grundsätze einer robusten Integration
- Idempotenz: Kommt dieselbe Nachricht erneut an, darf sie keine zweite Bestandsbewegung erzeugen.
- Reihenfolge: Das Ergebnis muss definiert sein, wenn ein Storno vor oder nach einer Bestätigung eintrifft.
- Fehlerwarteschlange: Fachliche Fehler sollten von technischen getrennt sein; ein berechtigter Benutzer muss sie erneut verarbeiten können.
- Überwachung: Sie sollten von einem WMS-Auftrag zur SAP-Belegnummer und zurück verfolgen können.
- Abgleich: Erstellen Sie regelmäßige Differenzberichte nach Artikel, Charge und Bestandsstatus.
Tests vor dem Go-live
Testen Sie neben dem Normalablauf Teillieferungen, Überlieferungen, Stornos, Seriennummernfehler, geschlossene Perioden, Verbindungsabbrüche, doppelte Nachrichten, verspätete Nachrichten und gleichzeitige Bestandsänderungen. Leistungstests sollten die Aktionsspitze abdecken, nicht nur das Durchschnittsvolumen.
Zur Integrationswirkung von Zähldifferenzen siehe permanente Inventur und Stichtagsinventur; zum physischen Einheitenmodell siehe Paletten-, Karton- und Lagerplatzverwaltung.
Vergleichen Sie die Integrationsfähigkeit der WMS-Kandidaten mit Beleg- und Ausnahmeszenarien.